sat. may 09 2026
kulturkotter
graz/Austria

waschtag [flunger.babikov.moser]
waschtag. wasser holen, grosse mengen. erhitzen auf dem feuer – stunden. einweichen der waesche, bedecken mit pottasche, ueberbruehen mit sodalauge, bleuen, buersten, reiben, stampfen, spuelen, bleichen, staerken, wringen, aufhaengen, ausbessern, strecken, mangeln und buegeln. loecher bohren, haken befestigen, seil spannen. audiogeraete und instrumente transportieren, aufbauen, aufhaengen, hinlegen, anbringen, positionieren. diskutieren. besprechen. hoeren, zeit nehmen, veraendern, verschieben. auftreten. zum klingen bringen.

elisabeth flunger [metallobjekte + grosse trommel]
alexander babikov [elektrische gitarre + computer]
michael moser [violoncello + computer]
das projekt verbindet verschiedene kuenstlerische gestaltungsebenen: visuelle und raeumliche konzepte, ortsspezifisches arbeiten, objets trouves, interaktive elemente, elektronische klaenge sowie experimentelle formen der klangerzeugung. alle diese mittel verweisen auf das hoeren als archaisches erlebnis und vieldimensionalen moeglichkeitsraum. der weg des hoerens fuehrt von einer kontemplativen situation mit lang nachhallenden, liegenden klaengen und langsamer bewegung ueber einen allmaehlichen prozess der aktivierung und beschleunigung in einen mobilen zustand der direkten kommunikation, der kontraste und unerwarteten wendungen.

die installation: mehrere linien durchschneiden den raum, auf dem fussboden und in der luft, ohne ruecksicht auf die gewohnten wege. an einer waescheleine haengen und am boden liegen vielgestaltige metallobjekte, auf denen sich das licht schimmernd spiegelt und durch sie hindurch bizarre schatten an die wand wirft. die haengenden objekte eroeffnen ungewohnte sicht- und hoerachsen. sie werden durch koerperschallwandler angeregt, die instrumentenklaenge und umweltgeraeusche abspielen, und schwingen mit ihnen mit. der gesamte raum wird zum immersiven resonanzraum aus klang, bild, licht und schatten, realitaet und imagination.

im konzert werden die objekte parallel zur klangprojektion als instrumente gespielt und mit dem installationsklang gemischt. der strom von sich veraendernden klaengen wandert von den haengenden, nachklingenden zu den liegenden, gedaempften instrumenten, der klang wird trockener, das geschehen dynamischer. die performance geht allmaehlich in eine kammermusikalische situation ueber, mit einem trio aus cello, grosser trommel und elektrischer gitarre. die installation verstummt und macht platz fuer schnelle aktionen und ploetzliche veraenderungen. der raum zieht sich um die musiker:innen herum zusammen und ermoeglicht naehe und intimitaet in der improvisation.
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link: alexander babikov , elisabeth flunger , michael moser
event-link: waschtag
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