sun. sep. 14 2025
symposion lindabrunn
lindabrunn/Austria

GRNZ! Insti-tut!!! Symposium für Klangkunst, Bioakustik und Onomatopoesie
mit iftaf - institut für transakusitsche forschung, pegasus-institut für pataphysik, IMA institut für medienarchäologie und dem sandkasten-syndikat
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11:00 tafelrunde der institute - öffentliches tischgespräch (eintritt frei)
/// bei jedem Wetter!
WARUM INSTITUTE?

Menschen sind soziale Wesen und entfalten erst in der Kooperation mit anderen ihr volles Potenzial.
Diese Kooperationen geschehen in verschieden Formationen: Familien, Siedlungen, Staaten, Gesellschaften, Vereine u.v.m.

Wir wollen hier vorerst einmal einen Fokus auf die Kooperationsorganisationsform „Institut“ werfen, ein Zusammenschluss, der seit Mitte des 19. Jahrhunderts in erster Linie im wissenschaftlichen Kontext verwendet wurde. Um die 2000er Jahre trat dann aber unvermittelt in der Grenzregion zwischen Kunst und Wissenschaft ein neuer Umgang mit diesem traditionellen Institutsbegriff auf. Unabhängig voneinander wurden zu dieser Zeit an unterschiedlichen Orten in Europa Institute gegründet, die mit den Insignien, Methoden und Erkenntnissen der Wissenschaft einen spielerischen, relativistischen Umgang pflegen. Diese Organisationsform wählten dabei insbesondere Menschen, die zur Kunst gleichermaßen eine Affinität und Nähe haben wie zur Wissenschaft. Sie verstanden Kunst und Wissenschaft in einem größeren aufeinander bezüglichen Rahmen.

Damit wurde aber nicht nur ein relativ konstruktiver Kritik- und Reformversuch des klassisch ontologischen, eindeutigen Erkenntnisbegriffs unternommen, sondern ganz im Allgemeinen ein artübergreifend demokratischer Standpunkt bezogen und vertreten, ein relativistischer. Demgemäß ist die Kritik an den Wissenschaften gleichwie an der Kunst, die mit diesen Instituten einhergeht, mehr als eine Frage zu verstehen, denn als eine Antwort. In diesen Instituten wird mit der Wissenschaft gleichwie mit der Kunst gespielt, was in relativistischem Zusammenhang durchaus zweierlei bedeutet: Mit jemandem spielen kann ja nicht nur heißen, dass man mit jemandem von oben herab verfährt, sondern auch, dass man mit einem gegenüber relativ partnerschaftlich respektvoll im Rahmen eines Spiels umgeht, gemeinsam spielt. Es ist in einem relativistischen Zusammenhang eben keineswegs klar und eindeutig, wer und was als wesentlich, unwesentlich, erkenntnisbegabt, nicht erkenntnisbegabt, Subjekt, Objekt, Fakt, Fiktion etc. zu begreifen ist. Hier sind alle Kategorien tendenziell offen formuliert.

Einer solchen artübergreifend sozialen Haltung,einem solchen ökologischen Miteinander möchten wir im vorliegenden Projekt auf unterschiedlichen Ebenen nachgehen, denn genau hier, im ökologischen Miteinander, laufen die Fäden der Institute, des komplexen Biotops am Veranstaltungsort und der Begriff des Symposiums zusammen. Letzterer bezeichnet ja ursprünglich ein „Trinkgelage“, eine Zusammenkunft unterschiedlicher Wesenheiten, die sich im Verlauf zunehmend zu einer rätselhaft gärenden Mixtur vermengen. Bei einem Symposium geht es eben nicht unbedingt darum, auf die eigenen Grenzen und Eigentumsrechte zu pochen. In einem solchen geht es um einen etwas entspannteren, lockereren Zugang, einen relativen.

Das Symposium GRNZ! möchte in einer Zusammenkunft und Auseinandersetzung von unterschiedlichen Arten von Lebewesen, Menschen oder Instituten mehr über eine solche Haltung in Erfahrung bringen und erfahrbar machen.

link: http://GRNZ.klingt.org
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