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wed. nov. 12 2014 essl museumklosterneuburg/Austria

ensemble dos à dos
ensemble dos à dos
robert corazza: klarinette
thomas list: blockflöte

programm:

maja osojnik: pas de deux (2011)
katharina klement: waldareale (2011)
angelica castelló: „flor y cronopio” (2011)
giacinto scelsi: ko lho i (1966)
Šimon vosecek: gegenlieben (2014)
vinko globokar: dos à dos (1988)
Das aktuelle Programm setzt sich in unterschiedlichsten Facetten mit dem Thema Beziehung und Kommunikation auseinander. Die Werke von 3 Komponistinnen und 3 Komponisten eröffnen einen differenzierten Blick auf dieses spannende Thema: eingeübte Kommunikationsmuster werden in teils unterhaltsamer Weise einer gnadenlosen Prüfung unterzogen.

Teile des Programms (z. B. Vinko Globokars Stück „dos à dos“) könnte man als Musik-Performance bezeichnen, wird doch die Bühne zum Alltagsschauplatz eines Paares, das sich verstrickt in seine eingespielten Kommunikationsmuster, räumlich voneinander entfernt, annähert, bisweilen umarmt, beinahe küsst, aber sich doch letztendlich nur im Kreis dreht.

Neben den verschiedenen Größen von Klarinetten und Blockflöten sind Megafone, Kassettenradios, Ballettspitzenschuhe, Spieluhren und einige andere Objekte, die sogar uns Musikern bis zur Aufführung unbekannt bleiben, Teil eines für Ohren und Augen abwechslungsreichen und unterhaltsamen Programms.

Robert Corazza und Thomas List gründeten das Duo, das sich auf die Aufführung zeitgenössischer Musik spezialisiert hat, während ihrer gemeinsamen Arbeit an der Freien Musikschule Wien. Der Name des Ensembles stammt von dem gleichnamigen Stück von Vinko Globokar, das einen wichtigen Impuls für die Zusammenarbeit darstellt.


WERKE

Maja Osojnik (* 1976): Pas de deux (2011)
„Das und viel mehr wollte ich dir schon seit langem sagen“
für f-Bassett Blockflöte, Bassklarinette, zwei Kassettenspieler & zwei Megafone
gewidmet dem Ensemble dos à dos

I. En face: „Der letzte Versuch einer Annäherung: in Stille, mit langsamen Handgesten, die Brotkrümel vom Tisch wischen“
II. Je te rends ton Amour: „Mit dir. In einem Glashaus tanzen. Überall, wie Scherben, liegen unsere Worte am Boden.“
III. L’image de la Solitude n’est pas nette: „Am Fenster sitzend und betrachtend; die Welt draussen wird zum Stummfilm.“
IV. Les cygnes tombant: „Wenn ich sterbe, möchte ich in einem Schaukelstuhl sitzen und in die weite Ferne schauen.“

Als Inspiration für diese Komposition dienten einerseits verschiedene Choreografien, Tanzduette der Künstlergruppe „La la humansteps“, anderseits die persönlichen Gedanken der Komponistin über eine verbale und nonverbale Kommunikation in einer Partnerschaft.


Katharina Klement (* 1963): Waldareale (2011)
für Bassblockflöte und Bassklarinette (Auftragskomposition von dos á dos)

Durchstreifen eines Waldareals, vorbeikommen an bestimmten Gegenden, Merkmalen, die dieses Areal ausmachen: Bruchholz, Moos, Fichten-Dickicht, Tümpel, Laubboden, Brombeerhecken... Allen diesen Gegenden bzw. Merkmalen liegt eine bestimmte Intervall-Qualität als musikalische Region zugrunde. Diese Intervalle bilden das Gerippe des Stücks, mikrotonale „Verunreinigungen“, Mehrklänge, Umspielungen, Übergänge etc. bilden das Fleisch des klingenden Körpers.
Petra Huth gewidmet


Angélica Castelló (* 1972): „Flor y Cronopio“ (2011)
12 Miniaturen für Klarinetten, Blockflöten, kleine Kisten und Objekte (2 Spieler)
Thomas List und Robert Corazza gewidmet

Blume und Cronopium
Ein Cronopium findet mitten auf weiter Flur eine einsame Blume: Zuerst will es sie pflücken, denkt aber, dass es eine unnötige Grausamkeit sei, kniet neben ihr nieder und spielt fröhlich mit der Blume: liebkost ihre Blütenblätter, haucht sie an, damit sie tanze, brummt wie eine Biene, schnuppert ihren Duft und legt sich endlich unter der Blume zur Ruhe und schlummert ein, von tiefem Frieden umwoben.
Die Blume denkt: „Es ist wie eine Blume“ (Julio Cortázar)

Mit diesem Stück möchte ich die Poesie der Fragilität erforschen und verwende für dieses Werk Atmosphären aus den Erzählungen/Geschichten der Cronopien und Famen von Julio Cortázar.
Die Struktur des Werkes ist von Louise Bourgeois’ Bildern „les Fleurs“ (2009) inspiriert.
„Flor y Cronopio“: eine Feier des Augenblicks, wie sie in unvermuteten Zweiergesprächen sich einstellen kann. (Angélica Castelló, September 2011)


Giacinto Scelsi (1905-1988): Ko Lho I (1966)
„Der Klang ist kugelförmig, doch beim Hören erscheint es uns, als ob er nur zwei Dimensionen besitze: die Höhe und die Dauer - von der dritten, der Tiefe, wissen wir, daß sie existiert, doch in gewisser Weise entgleitet sie uns ...“. Unabhängig von den ästhetischen Diskussionen der 50er Jahre, die sich vor allem am seriellen Denken orientierten, entwickelte Scelsi seine Vorstellungen von einer Musik, die gänzlich auf das Innere des Tons, seine Tiefendimension und sein ihm innewohnendes Bewegungspotential gerichtet ist. Die klangfarblichen, dynamischen und melodischen Schwankungen sowie die harmonischen Verbreiterungen und Verengungen in den musikalischen „Landschaften” Scelsis (Hans Zender) wollen gehört werden als die sich im Zeitverlauf entfaltende innere Energie der Klänge. Die in diesem Konzert gespielte Version von Ko Lho ist eine Übertragung der Komposition Scelsis für Querflöte und Klarinette.


Vinko Globokar (*1934): Dos à Dos (1988)
pour deux „souffleurs“

Deux souffleurs? Oui, pour deux instruments – trompette(s), trombone(s), saxophone(s), clarinette(s) ... identiques ou divers, bien sûr.
„Cela me fait penser à un duel“, disait le troisième.
„Es erinnert mich an ein Duell, sagte der Dritte.“ (Vinko Globokar)

www.dosados.at


Das Ensemble dos à dos wurde von Robert Corazza und Thomas List während ihrer gemeinsamen Arbeit an der Freien Musikschule Wien gegründet. Der Name des Ensembles stammt von dem gleichnamigen Stück von Vinko Globokar, das einen wichtigen Impuls für die Zusammenarbeit darstellt.
Die Besetzung Blockflöte/Klarinette ist neu und ungewöhnlich. Es gibt de facto kein Repertoire dafür, aber das Entdecken und Ausloten der klanglichen Gemeinsamkeiten und auch Gegensätze ist äußerst reizvoll. Am Beginn der Zusammenarbeit standen Werke in offener Besetzung bzw. für zwei Blockflöten, oder Klarinette und anderen Instrumenten.
Einen ersten Schritt zur Entstehung eines Originalrepertoires bilden drei Kompositionen, die bei den in Wien lebenden Komponistinnen Angelica Castelló, Katharina Klement und Maja Osojnik in Auftrag gegeben wurden.

Robert Corazza nahm seinen ersten Klarinettenunterricht bei Prof. Ottokar Drapal und begann 1992 sein Studium an der Universität für Musik in Wien bei Prof. Horst Hajek. Meisterkurse besuchte er bei Prof. Alois Brandhofer, Gerald Kraxberger, Martin Spangenberg, Ernesto Molinari und Wolfgang Klinser. Er absolvierte den ersten Studienabschnitt im Konzertfachstudium und mit Auszeichnung den ersten Studienabschnitt des Pädagogikstudiums bei Rupert Fankhauser. Eine intensive Auseinanderseztung mit zeitgenössischer Musik ermöglichte ihm ein Erasmus-Semester in Bern bei Ernesto Molinari. Seine Orchestertätigkeit führte ihn unter anderem zu der Wiener Kammeroper, dem Stadttheater Baden und der Jungen Österreichischen Philharmonie.
Robert Corazza unterrichtet an der Musikschule Gänserndorf, der Musikschule Floridsdorf und der Freien Musikschule Wien. Weiters unterrichtet er an verschiedenen Ferienkursen wie dem Ostercamp, der Musikwoche Edelhof und Seminaren des NÖBV’s. 2007 und 2008 war er mit dem Projekt „mozaik“ in Durres in Albanien und leitete Kammermusikkurse.Die Liebe zur Kammermusik veranlasste ihn 1997 das Holzbläserquintett „Quintonic“ zu gründen. Bei den Marchfeldschrammeln spielt er das Picksüße Hölz’l.

Thomas List, geboren in Linz/OÖ, erhielt seine ersten Musikunterricht (Blockflöte, Klavier und Orgel) in der Musikschule Schlägl/OÖ. Von 1994 bis 2002 studierte er Blockflöte bei Hans Maria Kneihs an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien und danach in Barcelona an der Escola superior de Catalunya bei Pedro Memelsdorff. Er ist 1. Preisträger beim Wettbewerb „Gradus ad parnassum“ und erhielt im Jahr 2002 eine „ehrenvolle Erwähnung“ Beim Wettbewerb „Musica Antiqua“ in Brügge sowie den Würdigungspreis des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur. 2004 gewann er mit Ensemble MIKADO den Ersten Preis beim Wettbewerb IYAP (International Young Artists´ Presentation) in Antwerpen (Belgien).
Thomas List ist Mitglied mehrere Ensembles (Ensemble MIKADO, B-Five Blockflötenconsort, Ensemble Mezzaluna, Binar) und spielt regelmäßig mit dem belgischen Barockorchester B´Rock. In der Arbeit mit dem Duo DOS À DOS gemeinsam mit Robert Corazza (Klarinette und Blockflöte) beschäftigt er sich vor allem mit Neuer Musik. 
In den letzten Jahren entstanden mehrere CD-Aufnahmen bei den Labels Cavalli, ORF, Gramola, Coviello und Ramée.
Auftritte bei nationalen und internationen Festivals: Festival van Vlaanderen Brugge, Laus Polyphoniae Antwerpen, AMUZ Antwerpen, Festival Brezice (Slowenien), Aqua Musica (Amsterdam), Oude-muziek-network Niederlande, Tage Alter Musik Regensburg, Trigonale Kärnten, Wratislavia Cantans Polen, Amherst Early Music Festival, Boston Early Music Festival u.a.
Seit 2003 unterrichtet Thomas List an der Freien Musikschule Wien und seit 2009 betreut er eine Klasse an der Konservatorium Wien Privatuniversität.

link: http://www.dosados.at/