| sun. june 13 2027 ruprechtskirche wien/Austria z’vü oder z’weng?
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| Thomas Bergammer | Trompete Gunter Schneider | Kontragitarre Gerhard Laber | Perkussion und electronics https://schneider.klingt.org/ https://www.gerhardlaber.net/ |
| z’vü oder z’weng? .. ich erinnere mich an das berühmte Interview von Yngwie Malmsteen auf youtube, als er meinte.. and he said, you know, less is more, and I said, how can less be more, more is more! und ich erinnere mich auch an ein Gespräch mit John Tilbury 2013, der sich sicher war, after every concert I think, I should have played less. Es ist beim Spielen und schon gar beim Improvisieren so schnell „z’vü“. Und daran arbeiten wir, wenn wir es ernst meinen. Viel spielen kann jeder, und das ist keine Absage an die Virtuosität. Die Virtuosität äußert sich nicht nur im Schnellen und Vielen, im Raffinierten und Geistreichen, sondern darin, im richtigen Moment das Richtige zu tun - sei es still zu sein oder etwas zu produzieren - ein Geräusch, einen Ton, einen Klang, einen sound, oder mehr. Unsere Virtuosität ist die Achtsamkeit, die Bezugnahme und die Sorgfalt. Das Stillsein ist als Aktion sehr wichtig. Schon die Wiener Klassik, vor allem Haydn und Beethoven, haben die Bedeutung der Pausen dramaturgisch genützt, und Morton Feldman meinte - etwas später - lakonisch, dass Anton Webern der letzte Komponist war, der seine Pausen komponieren konnte, ohne an die (amerikanischen) Klimaanlagen denken zu müssen. Aber wir denken an 4’33 von John Cage und daran, dass das heute wieder besser ist. Die Klimaanlagen sind leiser geworden, und es gibt - zumindest in Wien - nach wie vor Orte, in denen es keine gibt, wie die Ruprechtskirche. Eine Pause ist eine Pause ist eine Pause. Und denken wir an Dr. Murkes Gesammeltes Schweigen von Heinrich Böll. In den 80er Jahren erzähle mir ein ORF-Redakteur davon, dass ein Techniker beim Rundfunk sich den Spass gemacht hatte, genau das mit Bruno Kreiskys lange Sprechpausen zu einem langen Stück des Schweigens (und Luftholens) zusammen zu fügen. Ob er den Text von Böll kannte, weiss ich nicht. Im Schweigen, in der Stille passiert viel. In der Stille zwischen Klängen passiert ungeheuer viel, passiert z’vü - oder vü z’vü oder z’weng oder nur aweng z’weng? Ist die Stille bedrohlich? Oder ist sie beruhigend? Ist der horror vacui, die Angst vor der Leere, der Stille größer als die entspannende Ruhe zwischen was auch immer? Wir versuchen, das heraus zu finden. Machen Sie mit! Thomas Bergammer | Trompete Gunter Schneider | Kontragitarre Gerhard Laber | Perkussion und electronics https://schneider.klingt.org/ https://www.gerhardlaber.net/ |
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link: https://nmr.klingt.org/ |